Wenn ein pflegender Angehöriger selbst plötzlich pflegebedürftig wird

Was bei der Pflege durch Angehörige auch passieren kann.

Christa Chorherr

Ein akutes Problem tritt auf, wenn jener, der pflegt, mehr oder minder plötzlich selbst „pflegebedürftig“ wird. Ich habe das erlebt.

Dramatisch war es, als ich mir während des Urlaubs den Oberschenkelhals gebrochen habe. Mein Mann war damals schon auf den Rollstuhl angewiesen, er konnte sich daher nicht mehr allein im Hotel bewegen. Ich bin zwar sicher, dass man im Hotel für ihn gesorgt hätte, aber für meinen etwas ungeduldigen Mann war das keine Option. Wir fuhren daher mit der Rettung beide ins Spital und ich verhandelte dort, dass auch er aufgenommen würde und mit mir das Zimmer teilen sollte. Nach einigem Hin und Her gelang dann diese Lösung auch. Ich musste aber auch Vorkehrungen treffen, dass das Gepäck im Hotelzimmer wieder zusammengepackt wurde und letztlich ins Spital gebracht werden musste. Ich musste dafür sorgen, dass mein Mann mitsamt dem Auto und dem Gepäck später, rechtzeitig für seine Termine, nach Hause…

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Gedanken zur Pflege – aus eigener Erfahrung (I)

Das ist eine ganz wichtige Geschichte. Ich bin schon auf die Fortsetzung gespannt.

Christa Chorherr

Ich erlaube mir, zum derzeit heiß diskutierten Thema „Pflege“ auch „meinen Kren dazu zugeben“, wie man bei uns sagt.

„Experte“ kann ich mich nicht nennen, aber ich habe ziemlich lange Erfahrung damit. Allerdings nur mit einem „Fall“, und wahrscheinlich ist jeder Pflegefall individuell anders. Und das macht eine allgemeine Lösung so schwierig.

Man kann die Situation der Pflege eines „Alleinstehenden“ nicht mir Pflege eines Angehörigen vergleichen. Man kann den Pflegebedarf eines geistig eingeschränkten nicht mit einem körperlich behinderten Menschen vergleichen. Man kann den Pflegebedarf eines jungen Behinderten nicht mit jenem eines langsam alt werdenden Menschen vergleichen. Ja, und jetzt wird es heikel, man kann die erforderliche Pflege für einen Mann mit jenem einer Frau nicht vergleichen. Und es ist wahrscheinlich die Pflege eines positiv denkenden Menschen mit jener für einen „ablehnenden“ Menschen nicht schon gar nicht vergleichbar. Über diese und noch eine Vielzahl anderer „Fälle“ kann kein einheitliches „System“ gestülpt…

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Gedanken zum Wochenende

Wie das Wochenende zustande gekommen ist.

Christa Chorherr

Das Wort Wochenende tauchte im frühen 20. Jahrhundert als Übersetzung des englischen Wortes weekend auf. Gebräuchlich war dieser Begriff in England seit Einführung des freien Samstagnachmittags in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geworden, politisch durchgesetzt von Lord Shaftesbury. In der Londoner Times taucht der Begriff erstmals 1830 in einer Kleinanzeige und dann verstärkt ab 1833 auf. Weekend wurde von vielen Sprachen als Fremdwort oder als Lehnwort übernommen.

Die Fachzeitschrift für Autofahrer „Der Herrenfahrer“ betitelte in ihrer ersten Ausgabe 1924 einen Reisebericht mit „Weekend um Berlin“:  „Weekend – bleiben wir bei dem englischen Wort: der Engländer hat es, der Deutsche muss es erst lernen – bedeutet lebendiges Ausruhen. Erholung nicht durch Untätigkeit, die ein negatives Vorzeichen hat und für den, der das Leben bejaht, der Langeweile gleichzusetzen ist, sondern durch Ausübung einer anderen Tätigkeit, als die Werktage verlangen. Werktagsarbeit ist gebundene Tätigkeit zur Erzielung wirtschaftlichen Nutzens, Weekendruhe ist freie Tätigkeit…

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