Gedanken zum Wochenende

Wie das Wochenende zustande gekommen ist.

Christa Chorherr

Das Wort Wochenende tauchte im frühen 20. Jahrhundert als Übersetzung des englischen Wortes weekend auf. Gebräuchlich war dieser Begriff in England seit Einführung des freien Samstagnachmittags in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geworden, politisch durchgesetzt von Lord Shaftesbury. In der Londoner Times taucht der Begriff erstmals 1830 in einer Kleinanzeige und dann verstärkt ab 1833 auf. Weekend wurde von vielen Sprachen als Fremdwort oder als Lehnwort übernommen.

Die Fachzeitschrift für Autofahrer „Der Herrenfahrer“ betitelte in ihrer ersten Ausgabe 1924 einen Reisebericht mit „Weekend um Berlin“:  „Weekend – bleiben wir bei dem englischen Wort: der Engländer hat es, der Deutsche muss es erst lernen – bedeutet lebendiges Ausruhen. Erholung nicht durch Untätigkeit, die ein negatives Vorzeichen hat und für den, der das Leben bejaht, der Langeweile gleichzusetzen ist, sondern durch Ausübung einer anderen Tätigkeit, als die Werktage verlangen. Werktagsarbeit ist gebundene Tätigkeit zur Erzielung wirtschaftlichen Nutzens, Weekendruhe ist freie Tätigkeit…

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Erd- und andere Beeren

Wieder eine schöne Erinnerungsgeschichte von Frau Chorherr.

Christa Chorherr

Jetzt gibt es Ananaserdbeeren in den Supermärkten, sie kommen aus Spanien und schmecken sogar „nach was“.

Aber: was ist das gegen Walderdbeeren! Als Kinder haben wir sie im Wald gesammelt – es dauert schon ein Weilchen bis man einen Becher voll gesammelt hat. Die Erdbeeren wuchsen in so genannten Schlägen, also in kürzlich abgeholzten Stellen im Wald, meist waren diese an Abhängen, die noch dazu steil waren.  So ganz ohne Mühe kam man daher nicht zu den Walderdbeeren. Außerdem warnte man uns vor Schlangen, die sich in diesen sonnigen Abhängen verstecken sollten. Mir ist keine untergekommen.

Wenn man dann endlich genug davon gesammelt hatte, ging es nach Hause, dort wurde aus dem Keller der Krug mit saurer Milch geholt und endlich konnte man die Erdbeeren schnabulieren.  Damals hatten wir keine Ahnung, dass diese Erdbeeren auch in germanischen Mythologie eine Rolle spielen, sie wird mit der Göttin Frigg (Freya) verknüpft, der…

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Gedanken zum Advent – heute und früher

Ich lese die BLOG-Beiträge von Christa Chorherr sehr gerne.

Christa Chorherr

Advent bedeutet Ankunft. Es steht für adventus domini – Ankunft des Herrn – die Zeit in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten, vorbereitet. Die Christen gedenken der Geburt Jesu und feiern sie als Menschwerdung Gottes. Zugleich erinnert der Advent daran, dass Christen das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen. Mit dem ersten Adventssonntag beginnt nach katholischer wie evangelischer Tradition auch das neue Kirchenjahr.

Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit, die die Alte Kirche auf die Tage zwischen dem 11. November und dem ursprünglichen Weihnachtstermin, dem Fest der Erscheinung des Herrn am 6. Januar, festlegte. In diesen Zeiten durfte nicht getanzt und aufwendig gefeiert werden. Auch feierliche Trauungen durften nicht stattfinden, stille Trauungen dagegen schon. Seit 1917 wird das Adventsfasten vom katholischen Kirchenrecht nicht mehr verlangt.

Die Adventszeit in der heutigen Form geht zurück auf das 7. Jahrhundert zurück. Papst Gregor der Große (* um…

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